Stille deine Sehnsucht

Obsidian-Bonusgeschichte: Ganz der Vater

Bald können wir mit »Revenge« wieder in die Welt der Obsidian-Serie abtauchen. Um Dir die Wartezeit auf den ersten Band des Spin-Offs, der am 30.11. erscheint, zu verkürzen, haben wir zwei Wattpad-Geschichten von Jennifer L. Armentrout aus dem Englischen übersetzen lassen. In der vergangenen Woche hast Du die Hochzeit von Katy und Daemon miterleben dürfen. Nun geht es endlich weiter.

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Ich grinste den Bildschirm des Laptops an, fuhr mit dem Finger über das Touchpad und drückte auf »Veröffentlichen«. Der neueste »Waiting on Wednesday«-Beitrag war auf meinem Blog online. Ich schloss den Laptop und da ich zu faul zum Aufstehen war, konzentrierte ich mich, um die Quelle aufzurufen. Der Laptop begann zu vibrieren und im nächsten Moment schwebte er schon aus meiner Hand durch den Raum, ehe er sanft auf dem Schreibtisch landete.

»Ich bin einfach umwerfend«, murmelte ich.

»Ja, das bist du.«

Erschrocken blickte ich auf und drehte mich zur Tür. »Hörst du bitte auf damit!«, rief ich, während ich ihn warnend ansah und nach einem Kissen griff.

Er grinste verschmitzt. »Womit?«

Die Bettdecke rutschte an mir herab, als ich mich auf die Knie hockte, ausholte und ihm das Kissen mit so viel Wucht entgegenschleuderte, dass es – so weich es auch sein mochte – zum Projektil wurde.

Ohne den Blick von mir abzuwenden, streckte Daemon den Arm aus und fing es locker auf. »Sei kein Hater«, sagte er, warf das Kissen zurück und verschränkte die Arme. »Immerhin war ich doch deiner Meinung.«

»Du hast dich mal wieder so leise wie ein verdammter Ninja bewegt«, murmelte ich.

Daemon zwinkerte und das war die einzige Warnung, ehe er so schnell, dass ich ihm mit dem Blick kaum folgen konnte, durch den Raum geschossen kam. Die Matratze sank durch sein Gewicht ein, als er neben mir landete. Wenig später legte er, die Knie links und rechts von mir, seine großen Hände um meine Wangen und senkte den Kopf. Meine Haut prickelte wie elektrisch aufgeladen, als seine warmen Lippen meinen Mund berührten. »Hi, Kätzchen«, hauchte er.

»Was ist?«, flüsterte ich.

Er küsste mich viel zu schnell und flüchtig auf den Mundwinkel. »Hab ich dir schon gesagt, dass du heute wieder wunderschön aussiehst?«

Ich grinste. »Ja, das hast du. Heute Morgen, bevor Dawson Ashley vorbeigebracht hat.«

»Ach so.« Wieder streiften seine Lippen sanft über meinen Mund. »Aber heute Nachmittag noch nicht?«

Ich umfasste seine Arme und legte meine Stirn an seine. »Doch, und zwar kurz nachdem Beth und Dawson Ashley abgeholt haben. Wahrscheinlich warst du zu dem Zeitpunkt allerdings vor allem erleichtert, dass dein Bruder sie dazu gebracht hat, dich aus ihrem Würgegriff freizulassen.«

»Ich spüre ihre Äffchenarme noch immer«, sagte er.

Ich lachte. »Sie mag dich.«

»Alle mögen mich, Kätzchen.« Er küsste mich zärtlich und ließ dabei die Hände über meine Schultern gleiten. »Und in der letzten Stunde?«

»Doch, da auch.«

Ich spürte, wie seine Lippen ein Lächeln formten. »Ich wollte nur sichergehen.«

Dann war das Geplänkel vorbei und er begann mich richtig zu küssen, und wenn er mich richtig küsste, war es jedes Mal, als wäre es das erste Mal – so leidenschaftlich, dass ich innerlich glühte und es mir gleichzeitig die Haut versengte. Aber wenn er mich richtig küsste, war es auch jedes Mal, als wäre es das letzte Mal und wir würden nie wieder in den Genuss kommen. Ich merkte, wie mein Herz doppelt so schnell schlug wie normal. Als er mich behutsam auf den Rücken legte und sich langsam über mich schob, schlang ich die Arme um seine Schultern und hielt ihn fest. Vollkommen grundlos hatte ich auf einmal einen Kloß im Hals. Ich drückte ihn fest an mich.

»He«, murmelte er und hob den Kopf. Seine wunderschönen grünen Augen glühten weiß, dennoch schien er plötzlich besorgt. »Was ist los? Kat? Was hast du?«

Ich lächelte zögernd, während ich in sein ebenmäßiges Gesicht sah. »Nichts. Ich bin zurzeit nur ziemlich emotional, es ist einfach so, ich … ich liebe dich.«

Er fuhr mir mit dem Daumen über die Unterlippe. »Und ich liebe dich, Kat.«

Egal, wie viele Jahre seit den schrecklichen Momenten, in denen ich glaubte, ihn verloren zu haben, vergangen waren, niemals würde ich den bitteren Geschmack der Angst vergessen oder auch nur eine einzige Sekunde, die wir zusammen verbrachten, für selbstverständlich erachten.

Daemon streckte sich neben mir aus, schob einen Arm unter meinen Rücken und zog mich an sich. Dann nahm er meine linke Hand, hob sie an seinen Mund und setzte einen Kuss auf jeden Knöchel. Mein Blick fiel auf den Verlobungsring und den schlichten weißgoldenen, der am selben Finger steckte.

»Ich habe nachgedacht«, begann er.

»Oha.«

»Sei still.« Er bewegte unsere Hände zu meinem Bauch und ich seufzte, denn obwohl ich flach auf dem Rücken lag, sah er aus, als hätte ich einen Wasserball verschluckt. »Also, ich habe nachgedacht … na ja, eigentlich war es Archers Idee.«

Ich sah ihn skeptisch an. Wohin mochte das nur führen?

»Was hältst du davon, wenn wir Dee und Archer zu den Paten machen?«

Von Archer hätte ich, ehrlich gesagt, etwas anderes erwartet. »Da wird Luc aber sauer sein. Die Aufgabe hat er doch schon für sich beansprucht.«

Daemon grinste. »Ich weiß, deshalb kam Archer ja drauf, glaube ich.«

Ich lachte. »Ihr seid schrecklich.«

»Ein bisschen, das gebe ich zu.«

Seufzend drehte ich den Kopf zu ihm. »Die Idee ist allerdings gut.«

»Ich auch.« Daemon ließ meine Hand los und legte seine mit gespreizten Fingern flach auf meinen Bauch, was er jeden Abend tat. Ihn faszinierte, dass das Baby zuverlässig anfing Salti zu schlagen, wenn es Zeit zum Schlafen war.

Er setzte sich auf, platzierte auch die zweite Hand auf meinem Bauch. Dann senkte er den Kopf und küsste mich auf den Nabel. »Was meinst du?«, fragte er an meinen Bauch gewandt. »Glaubst du, Archer wäre ein guter Patenonkel? Du entscheidest, Adam.«

Prompt vollführte der kleine Adam einen Kung-Fu-Tritt gegen meine Bauchdecke und die Hand seines Daddys. Daemon hob den Kopf und sah mich mit glänzenden Augen an. »Hast du das gespürt?«

»In jedem Organ meines Körpers.«

Sein Lächeln wurde breiter und er sah einfach hinreißend aus, als er den Blick wieder auf meinen Bauch richtete. »Ganz der Vater.«

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Hat Dir diese Bonusgeschichte Lust auf mehr gemacht? Am 30.11. erscheint »Revenge«, der erste Band des Obsidian Spin-Offs als Hardcover. Du kannst es schon jetzt vorbestellen oder bereits als E-Book lesen. 

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