Stille deine Sehnsucht

Impress-Sommer, Runde 4: Die Rezensionen

Bei Impress hält mit "Sommerflüstern", "Gewitterherzen" und "Road to Hallelujah" der Sommer Einzug! Um Dir die neuen Sommerromane noch näher zu bringen, stehen für die drei neuen E-Books drei Blogger als Buchpaten parat. Gemeinsam mit den Autoren stellen sie Dir die Impress-Titel vor. Dabei widmen sie sich in vier Runden den Covern, den Leseproben, den Themen der Bücher und ihren Rezensionen. 
 
In der vierten und letzten Runde präsentieren wir Dir hier die Rezensionen unserer Buchpaten:
 

Steffi von hisandherbooks.de zu "Sommerflüstern" von Tanja Voosen

"Warm wie die Sonne, leise wie der Wind: Ein Sommerflüstern – Fast wie vorherbestimmt" ("Sommerflüstern", S. 320)

Der Tag hätte echt nicht schlechter werden können. Ausgerechnet Taylor wird von dem "Neuen" angesprochen. Für sein selbstbewusstes Lächeln hätte sie ihn sofort töten können und das lässt sie ihn auch spüren. Doch Hunter Reeves lässt sich nicht so leicht abschütteln. Als eine Diskussion um den Spind entbrennt, erinnert Taylor sich wieder an die mysteriöse Botschaft, die sie darin gefunden hat. "Fange an, deinen Lieblingssong zu hassen". War der Zettel für Hunter bestimmt? Durch Zufall stolpert Taylor über den nächsten Hinweis und plötzlich findet sie sich unerwartet auf einem Trip zum Meer – mit Hunter! – wieder. Hunter, der genauso wenig nur die schönen Seiten des Lebens kennt, wie Taylor.
 
Meinung:
Eigentlich lese ich ja nur sehr selten Unfantastisches. Nachdem ich Tanja Voosens "Emily Lives Loudly" damals testgelesen hatte, wusste ich aber, dass ich auch einmal in "Sommerflüstern" hineinlesen muss. Die Leseprobe hatte es mir sofort angetan. Ich mochte die erste Begegnung zwischen Taylor und Hunter und wollte wissen, warum Taylor so reagierte. Und natürlich wollte ich wissen, was es mit der geheimnisvollen Botschaft im Spind auf sich hat. Protagonistin Taylor erzählt ihre Geschichte in Ich-Perspektive/Vergangenheit und der Leser ist hautnah bei ihren Gedankengängen dabei. So erfährt man schnell, dass Taylor ebenfalls noch relativ neu an der Schule ist und ein Geheimnis hat. Dieses galt es für mich zu ergründen. Ich folgte den Hinweisen der Schnitzeljagd und ergründete gleichzeitig Stück für Stück die Vergangenheit der beiden Hauptcharaktere.
Tanja Voosen hat wirklich vielschichtige Charaktere erschaffen, deren ersten Eindruck man Kapitel für Kapitel abschälen muss, um den wahren Kern zu treffen. Dabei wechseln die Dialoge von sarkastisch-bissig bis hin zu philosophisch-tiefgründig. Über Letztere stolperte ich etwas, weil diese Lebensweisheiten bei den jungen Charakteren ab und an leicht deplatziert wirkten, was mich im Großen und Ganzen jedoch nicht störte. Ich bevorzugte dennoch den sarkastischen Teil der Gedanken und Dialoge.
Tanja Voosens Schreibstil ist locker und leicht, viele Dialoge lassen die Seiten nur so dahinfliegen. Was die Spannung angeht, können Contemporary-Storys für mich nicht annähernd mit Fantastischem und seinen unerwarteten Wendungen mithalten. Zwar konnte mich die Autorin mit dem einen oder anderen Kniff überraschen, doch hielt sich die gesamte Story eher auf mittlerem Spannungsniveau. Auch die letzten Wendungen fand ich etwas zu viel des Guten, aber das liegt vermutlich am persönlichen Geschmack, weil ich zu viel Unglaubwürdiges nicht in einer "wahr anmutenden" zeitgenössischen Geschichte erwarte. Contemporary-Lesern wird es da sicher anders ergehen.
Zum Ende hin holt Tanja Voosen auch noch einmal alles aus ihren Charakteren heraus. Die Ereignisse und Entscheidungen überschlagen sich förmlich und bereiten den Weg für ein gelungenes Ende.
 
Urteil:
"Sommerflüstern" beginnt locker-leicht und weiß durch die Jagd nach Hinweisen dennoch zu fesseln. Amüsante Dialoge wechseln sich mit tiefgründigen Gedanken. Ein lockerer Lesegenuss für die Sommertage.
 
 

Sabrina von bookwives.de zu "Gewitterherzen" von Felicitas Brandt

Die Leseprobe fand ich richtig spannend! Als Leser ist man sofort in der Geschichte drin und begleitet Nate durch die dunkle Nacht, in der er auf Eve trifft und ihr hilft, vor den Männern zu entkommen.
Nate wirkt auf den ersten Blick wie ein guter Junge. Doch er hat dunkle Geheimnisse und eine schwierige Vergangenheit. Diese fördert auch seine schlechten Eigenschaften zutage. Er ist wütend und an manchen Stellen auch voller Hass. Doch in Eves Gegenwart ist er wie ausgewechselt. Sanftmütig und beschützend. Zumeist zumindest. Zu seiner Familie hat er kein gutes Verhältnis. Unverständnis und Missbilligung liegen wie Gewitterwolken über dieser Beziehung.& Er ist Mitglied der Band „What ever!“ und diese Jungs scheinen seine Familie zu ersetzen.
Eins der Geheimnisse, das er vor Eve hat, konnte ich recht schnell entschlüsseln. Es begegnet den Lesern doch häufiger in diesem Genre. Doch den Rest, den Felicitas Brandt ihrem Protagonisten mit auf den Weg gibt, hätte ich so nie vermutet.
Eve wirkt nicht nur zu Beginn der Geschichte hilfsbedürftig, sondern die ganze Zeit. Etwas Geheimnisvolles umgibt sie und als Leser erfahren wir kaum etwas über sie. In manchen Situationen erscheint sie beinahe weltfremd, da sie einfache Dinge nicht kennt oder nachfragt. Nicht nur Nate hat sie damit in Staunen versetzt, sondern auch mich. Ihre Angst vor manchen Dingen kam mir stellenweise seltsam vor. Lange habe ich gegrübelt, was ihr Geheimnis sein könnte. Und Felicitas Brandt hat mich ganz schön schmoren lassen und es spät gelüftet. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich mehr Verständnis für die Protagonistin. Eves Geschichte wird aus ihrer Ich-Perspektive erzählt. Nates Kapitel dagegen aus der Sicht eines dritten Erzählers. Ich muss zugeben, dass dieser Perspektivwechsel mich doch überrascht und auch zuerst etwas verunsichert hat. Immer wieder bin ich zu Beginn über diesen Wechsel gestolpert und es hat mich einige Zeit gekostet, mich daran zu gewöhnen.
Der Start in die Geschichte ist richtig spannend. Diese Spannung baut aber im Verlauf ab. Die vielen Dialoge brachten die Handlung nicht unbedingt voran. Sie waren eher für die zwischenmenschliche Entwicklung und das Annähern der beiden wichtig.
Felicitas Brandts Schreibstil gefällt mir richtig gut. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Die Dialoge sind sehr authentisch, mal etwas bissiger, mal sanft und auch die Emotionen der Protagonisten kamen bei mir an. Zur Mitte der Geschichte kommt ein neuer Aspekt hinzu: Religion. Ich muss sagen, dass ich damit überhaupt gar nicht gerechnet hatte! Da ich kein gläubiger Mensch bin, war das im ersten Moment für mich eine nicht ganz so positive Überraschung. Doch Felicitas Brandt hat dieses Thema geschickt angerissen und so eingebaut, dass es mir nicht zu viel wurde. Die Passagen, die sie in die Geschichte geschrieben hat, waren für mich in dem Moment jeweils wirklich stimmig. Zum Ende hin wird es nochmal dramatischer. Ich hatte eine Vorstellung vom Schluss des Buches. Doch die Autorin hat es anders aufgelöst und mich damit wirklich positiv überrascht.
"Gewitterherzen" von Felicitas Brandt ist ein Sommerroman, der etwas anders als erwartet daher kommt. Unbeschwerte Szenen sind umrahmt von schweren Schicksalen, Emotionen gefangen und blockiert durch die Vergangenheit. Eine interessante Geschichte mit schicksalbehafteten Hauptcharakteren, die allen Lesern gefallen dürfte, die ein Buch abseits der klischeehaften Chicklit-Sommer-Lektüre suchen.
 

Vanessa von sheerisansbuecheruniversum.de zu "Road to Hallelujah" von Martina Riemer

Warum wollte ich dieses Buch lesen?
Boah, warum habe ich diesen Punkt eigentlich immer noch in der Rezension? Ach ja, um euch zu erzählen warum ich dieses Buch lesen wollte. Lasst mich daher scharf nachdenken. Es ist ein Buch von Martina, es ist von Im.press und ich war so gespannt, ob es mir ein bisschen besser gefallen würde als ihr Werk "Essenz der Götter", wo ich einige Probleme mit der Heldin hatte.
 
Meine Gedanken zum Buch
Bei "Road to Hallelujah" handelt es sich um eine tolle Contemporary Romance Geschichte. Auf den ersten Seiten lernen wir Sarah kennen, die gerade ihren Schulabschluss macht. Aus familiären Gründen sind sie und ihr Bruder Nathan bei ihrer Großmutter aufgewachsen. Als diese unerwartet auf einmal stirbt, zerbricht für Sarah erst einmal ihre stabile und geheilte Welt, denn wenn man bei der Großmutter aufwächst, kann die Welt nicht heil sein. Ebenso wie Sarah lernen wir Johnny kennen. Johnny ist der Mitbewohner von Sarahs Bruder Nathan und zusammen machen sie sich aufgrund von gewissen Umständen gemeinsam auf den Weg in die USA nach New York. Das besondere an dieser Geschichte ist in jedem Fall die Liebe zur Musik. So verdienen sich Sarah und Johnny etwas Geld, indem sie auf öffentlichen Plätze  und Orten in New York musizieren. Dabei kam mir gleich die Musikerin Kaki King in den Sinn, deren Karriere in einer New Yorker U-Bahn begann. Wenn eine Geschichte solche Erinnerungen herbeiführt, dann finde ich das immer sehr schön.
Außerdem merkt man anhand der Kapitel, welche nach Songtiteln benannt sind, dass die Liebe zur Musik hier ein wichtiger Aspekt ist. Natürlich darf auch die Romantik nicht zu kurz kommen und auch wenn ich kein Fan von schnellen Liebschaften bin, so sind eine Reise und die Momente, in denen man immer auf einander hockt und sich intensiv kennen lernt, eine logische Erklärung für eine starke Anziehungskraft. Sicherlich führen gutes Aussehen und ein scharfer Verstand, sowie ungeahnte sanfte und offenherzige Augenblicke ebenfalls dazu. Es dürfte klar sein, dass es zwischen Sarah und Johnny unweigerlich funken wird. Allerdings wäre eine Contemporary Romance Story nicht eben diese, wenn nicht Verlust, Drama, Schmerz und das Ganze wieder von vorne vorkommen würde.
 
Die Charaktere
Wie ich bereits kurz erwähnt hatte, musste die weibliche Figur aus "Essenz der Götter" einiges an Kritik einstecken. Auch wenn sie es sicherlich wie eine Heldin aufgenommen hat. Sarah hat da deutlich mehr Glück. Mit ihr bin ich viel besser zurechtgekommen. Sie war zwar stur und von sich überzeugt, aber in dem Sinne, dass sie sich hat nichts nehmen lassen. Sarah war stark und eigenständig. Ich mochte sie, vor allem ihre spitze Zunge, die Johnny einige Male zu hören bekommt. Und mit Johnny wären wir auch schon bei meinem Liebling der Story. Johnny ist in meinen Augen kein Bad Boy, wie man ihn gerne in Bücher wiederfindet. Klar, er ist ein Womanizer, ein Frauenaufreißer und auch ein Frauenverschleißer, auch wenn der Begriff vielleicht hart kling, aber Johnny war für mich der Inbegriff einer männlichen Schlampe. Doch es wird ziemlich schnell klar, das Johnny eine sehr verletzliche Seite hat, die er Sarah nach und nach auf ihrer Reise offenlegt.
 
Der Konflikt
Wie in jeder Contemporary Geschichte dürfen die Konflikte natürlich nicht fehlen und so lässt auch Martina ihre Charaktere nicht einfach so glücklich durchs Leben laufen. Sarah muss gleich am Anfang der Geschichte mit einem schmerzlichen Verlust zurechtkommen. Johnny fühlt sich, nachdem die beiden kleinen Kinder aus seiner alten Pflegefamilie adoptiert wurden, nicht mehr zugehörig. Ich hatte das Gefühl, als wenn ihn nun nichts mehr in Österreich halten würde. Da kommt eine mehrwöchige Auszeit in den USA doch gerade recht. Und wie es der Zufall so möchte, bittet Sarahs großer Bruder und Johnnys Mitbewohner ihn auf seine kleine Schwester aufzupassen. Dass dies keine so gute Idee ist, merken wir als Leser ziemlich schnell und doch sprühen wie zu erwarten früher oder später die Funken zwischen den beiden. Auch wenn Martina sich der typischen Vorgehensweise bedient und ihren Protagonisten auch wirklich nichts erspart, macht sie das aufregend und sehr unterhaltsam.
 
Der Schreibstil
Der Schreibstil von Martina ließ sich wirklich leicht und flüssig lesen. Gerade die Dialoge haben mir sehr gut gefallen. Alleine die österreichischen Begriffe haben mir ein bisschen die Lesefreude genommen, da ich an diesem öfters hängen geblieben bin. Ich weiß aus persönlicher Quelle, dass die Begriffe mit Absicht eingebaut wurden, um die Quelle oder auch den Ursprung der Geschichte zu verdeutlichen. Allerdings bleibt Hackfleisch bei mir Hackfleisch. Mit faschiertem Fleisch werde ich leider immer meine Probleme haben. Sicherlich wird es aber auch andere Leser geben, die mit der Authentizität keine Probleme haben, sondern sie zu schätzen wissen.
 
Abschließend ist zu sagen, dass …
Der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Genres gelingt Martina wirklich sehr gut, so dass sie uns nach einem Fantasy Abenteuer wieder auf die Reise in eine neue Contemporary Romance Welt entführt, die mit viel Witz, aber auch einiges an Herzschmerz, Gefühlen und Verlusten zu begeistern weiß. Manchmal weiß man gar nicht, was man wirklich schreiben soll, um nicht zu überschwänglich zu wirken. Dabei hatte ich beim Lesen durchaus ein paar Kritikpunkte. So war mir Sarah viel lieber, aber leider immer noch nicht mein Favorit, ich glaube aber auch, dass Martina und ich da nicht auf einer Wellenlänge landen. Ich habe das Gefühl, als wenn ihre Figuren eben weiblicher sind als ich. Trotz der kleinen Abzüge überzeugt "Road to Hallelujah" und ich wünsche mir an dieser Stelle gerne eine Fortsetzung bzw. die Geschichte einer sehr wichtigen Nebenfigur. Nat, mein Schatz, du musst bei mir einziehen!

 

Kommentare und Bewertungen

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