Stille deine Sehnsucht

Bittersweet Academy: Barbara J. Zister – Heraus aus der Schreibkrise - wie man einen Roman zu Ende schreibt

Barbara J. Zister verrät Dir Tipps und Tricks zum Thema Schreibkrise!

Viele Autoren haben das Problem, dass sie ihr Projekt nicht beenden. Wie wichtig ist Motivation beim Schreiben?

Motivation ist sehr wichtig. Seit meinem Debüt habe ich einige Leute getroffen, die mir versichert haben, dass sie auch so gerne ein Buch schreiben würden, aber leider, leider würde ihnen die Zeit fehlen. Nur so viel: Alle Autoren müssen sich die Zeit nehmen. Nur wenige davon machen es hauptberuflich und auch diejenigen, die sich Vollzeit dem Schreiben widmen, haben Familie oder auch ein Privatleben, wie jeder andere Berufstätige auch. Ein Schreibprojekt zielstrebig zu verfolgen braucht also eine Menge Motivation. 

Bevor ich selbst angefangen habe Romane zu schreiben, dachte ich  immer, die Worte würden aus den Autoren herausfließen, Sätze sich magisch zu Geschichten formen. Weit gefehlt. Es ist mühevolle Arbeit und gefühlt jeden zweiten Tag findet man alles schlecht, was man geschrieben hat. Warum tut man sich also das Ganze an?

Ich denke, es muss ein sehnlicher Wunsch sein, diese Geschichte zu schreiben und das Lesen und Schreiben sollte ein wichtiger Teil deines Lebens sein, der untrennbar zu dir gehört. 

 

Jeder, der jemals etwas geschrieben hat, kennt die Schreibkrise. Was kann man tun um da wieder herauszukommen?

Wenn es bei mir gar nicht mehr weitergeht (und das tut es sehr oft), dann zwinge ich mich dazu mindestens einen Satz täglich am Projekt schreiben. Meistens werden es dann von selbst mehr. Wenn nicht, ist es auch ok. Dann bleibt man wenigstens dran und man kommt etwas leichter aus der Selbstzweifelfalle.

 

Manchmal verlässt einen sogar das Interesse an seinem Schreibprojekt. Hast Du Tipps dafür, wie man sein eigenes Projekt wieder liebgewinnt?

Mein Tipp wäre, sich den Plot nochmal genau anzusehen, ist genügend Konflikt vorhanden? Das ist meistens das Problem des Mittelteils. Man weiß, wie es anfängt und weiß, wie es aufhören soll und zwischendrin langweilt man sich selbst. Das bedeutet nicht, dass Ihr es nicht könnt. Dieses Problem kennen die meisten Schreibenden. Überlegt Euch also gute und zahlreiche Konflikte, die Euch durch den Mittelteil bringen. Dem Protagonisten muss es so schwer wie möglich gemacht werden, sein Ziel zu erreichen. 

Zum wieder Liebgewinnen eignet sich auch eine Szene, die man gerne schreiben möchte, weil man sie wie in einem Film vor sich sieht. Manchmal hilft es auch ohne den Plot einzuhalten eine Szene einfach drauflos zu schreiben.

 

Wie weiß man, wann das Buch zu Ende erzählt ist?

Ich würde sagen, alle Handlungsstränge müssen abgeschlossen sein, alle Figuren eine wesentliche Entwicklung gemacht haben und alle Fragen, die man zu Anfang aufgeworfen hat, müssen beantwortet sein.

 

Mit Nosferatu - Vom Vollmond geweckt hast Du ein tolles E-Book veröffentlicht. Bist Du zufrieden mit dem Ende oder hättest Du Dir auch ein anderes vorstellen können?

Ich finde das Ende für diesen Abschnitt in Finnys Leben perfekt und würde es auch wieder so schreiben. Ich gebe allerdings zu, dass ich noch gerne erzählen würde, wie es mit Finny, Lucie & Co. weitergeht. Vielleicht bekomme ich ja nochmal die Gelegenheit dazu. 

 

Hast Du noch einen Schreibtipp für Neuautoren?

Ich habe Tipps zu Literatur und ein paar Links, die ich gut finde: 

"Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" von James N. Frey - ISBN 9783897051287

"Story" von Robert McKee – ISBN 9783895810459 (das ist zwar ein Drehbuchratgeber, aber für den Spannungsaufbau in Romanen eignet es sich auch sehr gut). 

Die Homepage von Andreas Eschbach, er hat dort auch einen super Artikel zum Thema "Beenden von Romanen" geschrieben.

Falls ihr, wie ich, von üblen Selbstzweifeln geplagt seid und euch schon gefragt habt, ob mit euch etwas nicht stimmt: Es gibt ein tolles, ehrliches Facebookvideo von Bestsellerautorin Jennifer Armentrout, das ihr euch ansehen sollet. 

Selbstzweifel sind völlig normal und sagen nichts darüber aus, ob ihr schreiben könnt oder nicht. Haltet also durch, schreibt es zu Ende, egal wie schwer es Euch fällt. Ihr schafft das!

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