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Bittersweet Academy: Tanja Voosen, Stefanie Hasse, Amelie Murmann: Als Bloggerin schreiben und als Autorin bloggen

Tanja Voosen, Stefanie Hasse und Amelie Murmann sind nicht nur großartige Impress-Autorinnen, sondern auch erfolgreiche Buchblogerinnen. Bittersweet verraten sie, wie dieses "Doppelleben" funktioniert!

Ihr drei seid praktisch ständig in doppelter Mission als Bloggerin und Autorin unterwegs. Fühlt sich das auch so an?

Amelie: Meistens nicht. Das sind ja alles Hobbys von mir und die meiste Zeit denke ich da gar nicht weiter drüber nach. Situationen, in denen mir das auffällt, sind meist die, in denen ich mit Leuten aus der einen Gruppe über Leute aus der anderen spreche. Wenn ich also mit Bloggern (oder auch Booktubern, das ist ja noch einmal eine dritte Gruppe *lach*) über Autoren spreche oder anders herum. Da fühle ich mich tatsächlich immer ein wenig, als wäre ich in geheimer Untergrundmission unterwegs. Tom Cruise ist NICHTS dagegen. An dieser Stelle möchte ich gern eine Situation erwähnen, in der meine Untergrundmission manchmal zur Mission Impossible wird: Negative Rezensionen. Ich war schon immer jemand, der sehr viel Wert auf Ehrlichkeit gelegt hat und deshalb fällt es mir schwer, mit der Meinung, die viele vertreten, dass Autoren immer neutral sein sollten, übereinzustimmen. Das sind Momente, in denen meine "Persönlichkeiten" sich einfach in den Weg kommen.

Blogger-Amelie: Ich fand das Buch kacke.
Autoren-Amelie: Ja, aber das behältst du am Besten für dich, meine Liebe.
Blogger-Amelie: Ich hab das Buch aber gelesen und ich will das Buch bewerten!
Autoren-Amelie: Ich aber nicht!
Amelie-Amelie: Es ist offiziell: Ich habe einen Dachschaden.

Aber sowohl Bloggerin als auch Autorin zu sein, hat natürlich auch sehr, sehr viele sehr gute Seiten! Ich kenne dadurch viel mehr verschiedene "Buchmenschen", wie ich sie gerne nenne, und auf der Buchmesse beispielsweise fühle ich mich bei Blogger-, Booktuber- UND bei Autorentreffen zu Hause. <3

Tanja: Die meiste Zeit schon. Es gibt bei mir immer wieder so Phasen, in denen ich nur blogge oder nur schreibe, aber eigentlich ist beides bei mir sehr ausgewogen. :D Manchmal ist es ziemlich schwer zu entscheiden, als was man sich eher sieht, besonders, wenn man Bücher befreundeter Autoren liest oder rezensiert. Es kommt immer mal wieder vor, dass mir ein Buch nicht gefällt und dann stellt sich mir immer die Frage: Was nun? Aber gerade weil ich auch Bloggerin bin und vieles aus der Perspektive einer Leserin betrachte, weiß ich, dass man seine eigene Meinung sehr wohl vom eigenen Autorenleben abgrenzen kann. Leserin, Rezensentin oder Autorin – das sind schon verschiedene Rollen, in die man schlüpft, und jede Rolle hat ihren eigenen Reiz. Inzwischen gibt es ja schon einige Vorurteile gegen "Blogger-Autoren", aber eines treibt schließlich die Mission Blogger/Autorin immer an: die Liebe zu Geschichten.

Steffi: Irgendwie fühlt es sich schon nach doppelter Mission an. Man chattet und kommentiert als normale Leserin und im nächsten Beitrag wird man als Autorin markiert. Ich bin einfach ich und sehe mich als Autorin, die zu vielen, vielen anderen Büchern etwas zu sagen hat und ihre Meinung gerne kundtut.

Auf der Buchmesse ist die Doppelmission dann etwas komplizierter. Da warten Termine mit den Verlagen und eine Stunde später sitzt man selbst da und signiert, oder wird zwischen oder bei (Blogger-)Terminen angesprochen und gebeten, ein Foto zu machen.

 

Was habt ihr zuerst gemacht – schreiben oder bloggen? Wie kam es jeweils dazu?

Amelie: Also ich könnte dazu jetzt einen ganzen Roman schreiben, besonders dazu, wie ich zum Bloggen gekommen bin, aber hier die abgekürzte Version (Wir haben ja schließlich nicht ewig Zeit, denn es gibt Bücher zu lesen, Leute ;) ): Zuerst habe ich mit Youtube angefangen. Damals noch mit dem Vorlesen (und aufgrund meiner Coldmirror-Obsession), aber es kamen dort öfters Anfragen, ob ich nicht auch einmal Bücher empfehlen könnte, was ich schließlich in Videoform getan habe. Von Youtube auf Blogspot bin ich dann hauptsächlich durch die Fanseite der Edelsteintrilogie gekommen. Ich habe die schriftlichen Rezensionen als Hilfe für meine Videorezensionen benutzt und gemerkt, wie viel man da machen kann. Wie das so ist, werden Rezensionen bei Bloggern mit der Zeit meist immer länger, weil man einfach immer mehr zu sagen hat. Man kann besser Vergleiche ziehen und lernt vor allem, seine Eindrücke so in Worte zu fassen, dass sie beim Leser ankommen.

Geschrieben habe ich zum ersten Mal in der Schule. Damals sollten wir eine Geistergeschichte schreiben und ich habe gemerkt, wie viel Spaß es macht, sich Dinge auszudenken. Eine blühende Fantasie hatte ich schon immer, aber sie zu Papier bringen? Eher weniger. Ich war generell als Kind ein kleiner Lesemuffel, zumindest wenn es um Bücher ging, die nicht "Harry Potter" hießen. Intensiv zu schreiben habe ich aber erst später begonnen, nämlich als ich zum ersten Mal jemanden meine Geschichten habe lesen lassen: Tanja. Seltsam, dass wir zwei im gleichen Verlag gelandet sind. Das Schicksal wollte uns offenbar noch nicht trennen. :P

Tanja: Bei mir fing beides in etwa zur gleichen Zeit an. Ich habe damals viel neben dem Abitur geschrieben und an meiner ersten Geschichte gebastelt. Kurz darauf habe ich auch mit dem Bloggen angefangen. Früher habe ich viel gezeichnet – Comics und all so etwas – und irgendwann hat meine Fähigkeit, meine Gedanken in Skizzen umzusetzen, mich im Stich gelassen, da habe ich es mit Worten versucht – das gefiel mir nach einer Weile viel besser! :-) Zum Bloggen bin ich dank meiner lieben Kollegin und sehr guter Freundin Amelie Murmann gekommen. Wir beide haben uns damals über Youtube kennengelernt und sie hat mir in meinen Bloggeranfänger immer mit Rat und Tat zu Seite gestanden. Wir beide kennen uns schon so lange ich blogge und schreibe - das sind jetzt fast fünf Jahre! :-)

Steffi: Ich habe tatsächlich erst geschrieben und bin dann nebenbei auf die Bloggerszene gestoßen und habe mich intensiver damit beschäftigt. Ziemlich schnell kam dann der Wunsch nach einem eigenen Blog, den mein Mann und ich dann gemeinsam gestartet haben.

 

Hat euer Blog euch beim Bekanntmachen eurer E-Books geholfen?

Amelie: Klarofallo! Was? Hattet ihr jetzt eine andere Antwort erwartet? Kriegt ihr aber nicht. Ich mache mir da keine Illusionen: Mein Blog hat mir ungemein beim Bekanntmachen meiner E-Books geholfen. Würde ich etwas anderes behaupten, wäre das eine klare Lüge. Trotzdem möchte ich auch dazu gern noch gerne etwas loswerden... Mir fällt schon seit Längerem auf, dass Blogger und vor allem Booktuber ständig Kommentare aufgedrückt bekommen à la "Das Buch verkauft sich nur so gut, weil dich so viele Leute kennen". Mir persönlich ist das noch nicht passiert (vielleicht auch, weil mein Blog/Kanal dazu noch nicht groß genug ist), aber es ist etwas, das ich bei anderen sehe und wozu ich gerne sagen möchte: Egal, wie viele Leser/Follower/Abonnenten man hat, man hat sich diese Abonnenten über Jahre hinweg erkämpft. Okay, kämpfen ist das falsche Wort, denn wir steigen schließlich nicht in einen Ring und batteln uns mit Schlamm vollgeseift um die Abonnenten, aber so ein Blog oder auch ein Youtubekanal sind trotzdem Arbeit. Ich habe das schon immer sehr gern gemacht und habe diese Sachen nie für Klick- oder Abonnentenzahlen betrieben. Das ist Schwachsinn, aber trotzdem machen diese Dinge Arbeit, und mit Kommentaren wie dem oben erwähnten, tun viele Leute so, als würden manche Leute unfair spielen, weil sie teilweise 10.000 Abonnenten hinter sich haben und man selbst nicht. Aber man sollte es so sehen: Man erzählt seit Jahren der Welt, was man liest, was man toll findet, was man liebt. Man lässt die Menschen an diesem Teil seines Lebens Teil haben und viele entdecken dabei, dass sie sich für die gleichen Geschichten begeistern können. Wenn dann also nach all dieser Zeit ein Buch von der betreffenden Person erscheint, dann ist es klar, dass viele Leute es lesen möchten. Dadurch kann man aber auch nur die ersten Leser gewinnen, die Bewertungen, die verdient man sich durch die Geschichte, die man zu Papier (oder bei uns zu... Monitor?!) gebracht hat.

Tanja: Da bin ich mir ziemlich sicher, dass der Blog geholfen hat. Natürlich bringt ein Blog einen bestimmten Grad an Bekanntheit oder auch einen großen Freundeskreis mit sich – und all diese Leute, jeder einzelne davon, hat auf seine eigene Art geholfen mich zu unterstützen. Sei es durch einen Kommentar, der motiviert hat, eine Rezension, das Teilen der News. Man hat schließlich eine Art "Base", von der aus man startet, und fängt nicht bei Null an. Allerdings bin ich auch der festen Überzeugung, dass sich ein Blog nur in einem bestimmten Rahmen bewegt und um als Autor erfolgreich zu sein, muss man mit eigener Kraft durch diese Grenzen brechen. Sich also auf ein paar Leser und Klickzahlen zu verlassen, wäre relativ dumm – außerdem haben Leser einen wegen der Bücher abonniert und nicht irgendeiner Schleichwerbung 24/7. :D

Steffi: Dadurch, dass ich Blogger- und Autorenseite so gut wie möglich trenne, glaube ich nicht, dass es wirklich geholfen hat. Es kommen übrigens wöchentlich noch Ausrufe: "Das bist du?" auf meinen Autorenaccount, wenn ich den Blog erwähne, was zeigt, dass die Trennung recht gut funktioniert.

Ich glaube sogar eher, dass es gerade zu Beginn schwerer ist, Rezensenten zu finden. Mehr als einmal habe ich gehört (oder in Rezensionen gelesen), dass sich der Rezensent lange nicht an das Buch herangetraut hat, weil sie/er mich nicht verletzen will, sollte es ihr/ihm nicht gefallen (obwohl da schon viel dazugehört ;-) ).

Blogger sind einfach untereinander vernetzt und bekannt und man freundet sich doch mehr oder weniger an - und solchen Freunden sagt man einfach nicht gern, dass man ihr Buch doof findet. Daher schrecken viele davor zurück, was wiederum schlecht ist, weil dann keine Rezensionen kommen.

 

Sowohl bloggen als auch schreiben frisst jede Menge Zeit. Wie schafft ihr beides?

Amelie: Und das Lesen! Das sollte man nicht vergessen! Ich glaube, mit dem Lesen selbst verbringe ich von alldem noch am meisten Zeit, weil es auch das ist, was ich am meisten liebe. Wie ich das also schaffe? Nun zum einen habe ich noch keine Kinder. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie Leute das machen, die Kinder und Ehemann und Job haben und dann noch schreiben, geschweige denn Bloggen (Ja, Steffi, ich blicke hier dich an! :P ). Zum anderen bin ich Studentin und verbringe dadurch viel Zeit in der Bahn, wo ich schon die eine oder andere Seite geschrieben habe. Aber letztendlich ist es keine Frage von "Wie schafft man das?", sondern "Was möchte man machen?". Ich liebe es zu schreiben, also schreibe ich. Und ich liebe es zu bloggen, also blogge ich. Außerdem liebe ich Booktube, also tue ich auch das. Aufhören werde ich, wenn ich keine Lust mehr habe. Ich muss allerdings sagen, dass immer etwas unter dem anderen "leidet". Das kommt bei mir phasenweise. Ein paar Monate lang (besonders vor Abgabeterminen), schreibe ich sehr viel und blogge dann weniger, in anderen blogge ich mehr und in wieder anderen bin ich viel bei Youtube unterwegs. Ich schreibe, blogge und booktube so viel wie ich Lust habe. Eigentlich ein ganz simples Konzept. ;)

Tanja: Diese Frage bekomme ich so oft gestellt und jedes Mal schwöre ich mir nichts von der geheimen Klon-Armee in meinem Keller zu erzählen, tue es dann aber doch. Klone. Jede Menge davon. Die Minions sind nichts dagegen. Allerdings habe ich noch keinen gefunden, der gerne die Wäsche macht oder kocht. Mal abgesehen davon frisst Bloggen und Schreiben wirklich eine Menge Zeit. Oft ist es schwer beides durchzuziehen und ich fürchte mich immer ein wenig vor dem Tag, an dem ich mich vielleicht zwischen einem von beidem entscheiden muss. Wenn man wirklich Zeit für beides haben möchte, braucht man einen guten Zeitplan. Man muss immer Prioritäten setzen und überlegen, was man aktuell lieber möchte: sich mit Freunden treffen? Lieber lesen? Oder schreiben? Ich zumindest rufe mir in Erinnerung, dass die Welt nicht untergeht, wenn man mal keinen Elan oder die Zeit für eines von beiden findet.

Steffi: Ich teile Blogposts ein, veröffentliche eigentlich nie etwas direkt. Bei uns ist so gut wie alles terminiert und es hängen einige Rezensionen in der Warteschleife. Die kann ich dann in Vielschreibphasen posten. Daher hält sich der Stress in Grenzen - wir sind aber auch zu zweit, ohne meinen Mann ginge das nicht und der Blog hätte wohl öfter einen Leerlauf.

 

Hand aufs Herz: Lieber Geschichten oder lieber Rezensionen schreiben?

Amelie: Es ist unheimlich schwer, das zu beantworten. Ich blogge (bzw. booktube) jetzt seit mehr als fünf Jahren und ich würde den Austausch mit anderen Lesebegeisterten sehr vermissen. Allerdings ist das Schreiben etwas... Ich glaube, mir würde das Gehirn irgendwann platzen, wenn ich das aufgeben müsste. Den Austausch mit anderen Lesebegeisterten könnte ich auch außerhalb von blogspot/Youtube haben, deshalb würde ich mich für das Schreiben entscheiden. Aber ich glaube, solange ich weiterhin lesen dürfte, könnte ich immer überleben. *lach*

Tanja: Geschichten, ganz eindeutig! Wenn es nur um Geschichten vs. Rezensionen geht... Beim Schreiben vs. Bloggen wäre die Antwort nicht ganz so spontan aus mir heraus geschossen, sähe aber trotzdem gleich aus. Schreiben ist seit so vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, dass ich nicht mehr ohne ihn auskomme. Ich hoffe, ich werde mich in zwanzig Jahren immer noch so fühlen. Allerdings würde ich auch niemals meinen Blog aufgeben, wenn ein Verlag zu mir sagen würde "Wir nehmen das Buch, wenn du aufhörst Bloggerin zu spielen". Autorin, genau wie Bloggerin, ist nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung. Dieses Machtwort sollte man auf Postkarten drucken! Oder flauschige Kissen.

Steffi: Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich die Geschichten nehmen. Aber es wäre eine sehr schwere Entscheidung, weil ich auch den Blog liebe. Da mir/uns aber der Austausch mit anderen Lesern am Wichtigsten ist, könnte ich diesen ja weiterhin auf anderen Blogs/in Buchgruppen ausleben.

 

Wie unterschiedlich sind eure Schreibprozesse für Blog und Roman?

Amelie: Der Rezensionsprozess: Buch kommt bei mir an. Buch wandert ins Regal und steht da X Minuten/Stunden/Tage/Jahre lang herum. Buch wird von mir gelesen. Ich durchwandere Emotionen jeglicher Art, ob das jetzt Freude, Trauer, Langeweile oder Wut sind. In vielen Fällen ist es tatsächlich Wut. Buch wird zurück ins Regal geschoben und Laptop wird aufgeklappt. Bei blogspot wird das gesamte Drumherum gemacht, also Bild, Angaben, Kurzbeschreibung und Links heraussuchen. Erst dann beginnt der eigentliche Schreibprozess. Zuerst schreibe ich ganz kurz darüber, inwiefern Cover und Titel zum Buch passen, weil das für mich bei einer Kaufentscheidung immer sehr wichtig ist. Danach geht es meist direkt los. Ich achte immer darauf, zumindest kurz jeweils über die Charaktere, die Idee und die Erzählweise zu sprechen. Meist geht es aber darum, meine Gedanken niederzuschreiben und das ist mir schon immer sehr leicht gefallen.

Der Schreibprozess: Ich habe eine Idee. Ich schreibe 30 Seiten. Ich lese diese 30 Seiten. Ich denke mir: "Amelie, du hast keine Ahnung, wo du damit jetzt hinwillst." An dieser Stelle sind die meisten meiner Projekte hängen geblieben und warten darauf, von mir erneut evaluiert zu werden. Eigentlich warte ich immer auf den Moment, in dem es "Klick" macht, und wenn das einmal der Fall war, dann folgt eine Reihe von Zweifeln, Euphorie, noch mehr Zweifeln, noch mehr Euphorie und währenddessen tippe ich und tippe, bis ich irgendwann das Wort "Ende" unter das Dokument setzen kann (Das wird einem meist vom Lektor wieder geklaut, aber es ist trotzdem eine Befriedigung, es zu schreiben. ENDE. Ihr solltet es auch mal probieren!). Planen tue ich meist hauptsächlich den Schlussteil, weil ich glaube, dass es beim Schreiben sehr wichtig ist, zu wissen, wo man hinwill.

Um es zusammenzufassen: Sehr unterschiedlich. Besonders dadurch, dass es beim Schreiben sehr viel häufiger Blockaden, aber auch Flows gibt, bei denen man plötzlich vom Laptop hochschaut und merkt, dass zwei Stunden vergangen sind. Das Schreiben einer Rezension folgt mehr einem genauen Raster, während das Schreiben von Büchern... Es ist jedes Mal ein kleines Abenteuer.

Tanja: Bei mir ist beides recht chaotisch. Einfach mal machen, denke ich mir zu 99,9% und am Ende möchte ich eine Zeitmaschine, um in die Vergangenheit zu reisen, damit ich meinem alten Ich so richtig in den Po treten kann. Die Sache an dieser Schreib-Chaos-Theorie ist, dass man hinterher (meistens. Oft. Na gut – immer!) viel Arbeit in seine Story stecken muss, um die kleinen Fehlerchen rauszulesen, die man gemacht hat, während man munter da saß und mehr Oreo Kekse gegessen als gedacht hat. In letzter Zeit lerne ich aber auch mehr zu Planen und zu Strukturieren, damit mehr Zeit zum Oreo Kekse essen bleibt, statt Verbesserungen machen zu müssen. Ich schwöre, ich wurde nicht bezahlt, um von Oreo Kekse zu reden (vielleicht doch. Ein klitzekleines bisschen. Die schmecken eben gut!). Die sind eben magisch – genau wie meine Bücher. Na gut, dass mit der Pointe am Ende üben wir noch etwas.

Steffi: Seeeeehr unterschiedlich. Eine Rezension/einen Blogpost schreibe ich an einem Stück herunter - zumindest die Rohversion. Beim Roman geht das ja nicht wirklich und man muss erst wieder hineinfinden, die letzten Seiten korrigieren und daran anschließen.

Die Nachbearbeitung unterscheidet sich hingegen nicht. Mein Mann und ich überarbeiten auch unsere Rezensionen und sie werden anschließend gegengelesen und verbessert.

 

Würdet ihr anderen Autoren auch zu einem Blog raten?

Amelie: Zu einem Buchblog? Nein. Oder zumindest würde ich empfehlen, sich ein Pseudonym zuzulegen und niemanden wissen zu lassen, wer dahinter steckt. Ich habe es innerhalb des letzten Jahres so oft mitbekommen, dass Autoren für bestimmte Aussagen angefeindet wurden und wünsche mir daher manchmal, ich selbst hätte ein Pseudonym, um weiterhin immer offen und ehrlich meine Meinung sagen zu können.

Was einen Autorenblog angeht, so glaube ich persönlich nicht, dass sich das lohnt. Eine Homepage vielleicht, aber ich glaube, dass die meisten Leser sich nicht die Mühe machen, Autorenblogs zu suchen und ihnen zu folgen. Ein Klick bei Facebook ist da sehr viel leichter und daher empfehle ich jedem, der sich seinen Lesern mitteilen möchte, eine Facebookseite. Ich selbst habe sogar einen Autorenblog, aber mir ist aufgefallen, dass das, was ich zu sagen habe, sich in den meisten Fällen auch prima in einem Facebook-Post zusammenfassen lässt.

Tanja: Irgendeinem Blog – nein. Aber einen Autorenblog – ja! Es muss nicht mal unbedingt ein Blog sein, sondern könnte auch eine Webseite sein, Hauptsache ein Ort, den man für sich, seine Gedanken und News hat. Und wenn man das zeitlich nicht packt, dann eben Facebook, Lovelybooks oder Goodreads. Social Media ist wichtig und dazu gehört eben auch etwas von seiner Person preiszugeben. Jeder Autor hat Fans und jeder Fan würde gerne etwas über die Person wissen, die hinter den Büchern steht. Außerdem kann man eine solche Seite auch super als Archiv des Lebens sehen und später auf Dinge zurückblicken, die man erreicht hat oder wie man sich selber weiterentwickelt hat. Wenn man als Autor schon einen Internet-Fingerabdruck hinterlässt, dann aber richtig. Wir sind zwar nicht alle eine J.K. Rowling, aber jeder, der ein Buch geschrieben hat, sollte stolz darauf sein. Erfolg ist immer relativ und fängt beim eigenen Empfinden an. 

Steffi: Es ist Stress. Es ist Mehrbelastung. Doch es bringt auch sehr viel Spaß und eine ganz andere Sicht auf Leser, die einem Autoren sicher nicht schadet.

 

Amelie Murmann findest Du auf www.amelie-rezensionen.blogspot.de/ und www.youtube.com/user/MsBuchnerd

Tanja Voosen bloggt auf www.tanjaisaddictedto.blogspot.de

Stefanie und Kay Hasse schreiben auf www.hisandherbooks.de

 

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