Stille deine Sehnsucht

Vertrauen und Verrat: Doppelte Spionage

Darnessa scheint nicht die Einzige zu sein, die den Wert meiner Spionage zu schätzen weiß. Nachdem die Soldaten ihr Verhalten für verdächtig hielten, offenbarte sie Ihnen, dass ich in ihrem Auftrag spioniere. Sie waren erstaunt, denn scheinbar hatten sie es mir nicht zugetraut. Erst stieß es mir bitter auf, dass sie mir so wenig zutrauten. Doch dann realisierte ich, dass es das größte Lob war, dass sie mir hätten zukommen lassen können. Darnessa unterbreitete mir, dass auch die Soldaten mich als Spionin einsetzen wollen - jedoch auf gefährlicherer Mission.

Sie will nicht, dass mich die Soldaten für ihre militärischen Spielchen missbrauchen. Aber ich sehe das anders. Ich war es, die diese bösartige Verschwörung aufgedeckt hat. Es ist meine Verantwortung, die Soldaten bei der Bewältigung dieses Problems so gut ich kann zu unterstützen. Ash hat dem Hauptmann von meiner Entdeckung berichtet. Erst waren die Soldaten misstrauisch und vermuteten hinter meiner Enthüllung einen feindlichen Schachzug. Doch schließlich konnte ich sie überzeugen. Jetzt halten sie es alle für sinnvoll und wichtig, dass ich meine Tarnung als Lady Broadmoor zum Vorteil der Operation nutze. Ich bin nun eine Spionin. Ich bin zwar keine Kämpferin, aber ich habe Köpfchen und habe wohl schon bewiesen, dass meine Beobachtungsgabe wertvoll für die Mission ist.

Quinn war überrascht, wieviel ich über ihn, seine Männer und vor allem die adlige Gesellschaft in Demora herausgefunden hatte. Am Ende war mein Notizbuch ausschlaggebend. Denn damit konnte der Verdacht einer Verschwörung bestätigt werden. Er hat sogar meinen beispiellosen Spürsinn gelobt. Nun soll mich Ash für den Ernstfall im Kampf ausbilden. Ich möchte nicht hilflos sein. Es wäre unfair, mich mein Leben riskieren zu lassen, ohne mir zu zeigen, wie ich es verteidigen kann. Als ich mich mit Ash für unser Kampftraining traf, gab er mir sein Messer. Mir wurde schlecht, als ich seine nächsten Worte hörte. „Heute Nacht muss ich dir beibringen, wie man einen Menschen tötet.“ Er zeigte mir, an welchen Punkten ein Mensch in Rüstung verwundbar war und in welchem Winkel ich die Klinge hineintreiben musste, um für einen größtmöglichen Schaden beim Angreifer zu sorgen. Ich lernte, wie ich mit den Füßen den besten Halt finden oder verletzliche Punkte treffen konnte. Er erklärte mir, welche meiner Knochen die stabilsten und wo ich am schwächsten war, wie man aus Verletzungen einen entscheidenden Vorteil ziehen konnte und wie man Stürze am besten abfing. Ich war müder als je zuvor in meinem Leben, wagte aber nicht, mich zu beklagen. Am Ende lag ich keuchend am Boden und konnte keinen Finger mehr rühren. Ich frage mich immer mehr, was wirklich im Land vorgeht.

 

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